Photodynamische Therapie
  

Welche Hautkrebse können mit der PDT behandelt werden?
Die PDT eignet sich vor allem zur Behandlung der hellen (bzw.
hautfarbenen) Hautkrebsarten. Ihre Chancen sind um so besser,
je früher mit der Therapie begonnen wird, also am besten noch
im Frühstadium der Erkrankung. Hier liegt die Heilungsrate bei
95 Prozent.

 

Erfolgreich behandelt werden können in erster Linie:
  • die sog. „weißen“ Hautkrebse: Stachelzellkrebse (Spinozel-
        luläre Karzinome, Spinaliome) bzw. beginnende Stachelzell-
        krebse (in-situ Carcinome) und deren Vorstufen (aktinische
        Keratosen)
  • Flachere Basalzellkrebse (Basaliome bzw. Basalzellkarzinome)
  • In-situ-Karzinome vom Typ des Morbus Bowen

  • Die Entwicklung der PDT geht jedoch weiter. Bereits heute
    werden mit der PDT auch gute Ergebnisse bei anderen
    Hauterkrankungen erzielt, wie z.B.

  • Bestimmten Formen der Schuppenflechte (Psoriasis)
  • Warzen
  • Sarkoidose der Haut (Morbus Boeck)
      
  •  



    Hier ein Basalzellzellkrebs an
    der Nase vor Behandlung, ...



    kurz nach der Behandlung ...

    und 3 Wochen nach der
    Behandlung mit PDT

     

      
    Wie funktioniert die PDT?
    Die Zellen unseres Körpers werden dauernd erneuert. Dabei gibt eine
    bestimmte Substanz, die sog. DNA, den Bauplan der Erbanlagen vor.
    Jeder Mensch hat sein eigenes Muster der DNA. Treten nun - z.B.
    durch langjährige Einwirkung von UV-Strahlen des Sonnenlichts aus-
    gelöste- kleine „Fehler“ bei der Zellteilung auf, kann eine krebsige Ent-
    artung in der Zelle entstehen. Zellen mit DNA-Schäden, also Vorstufen
    von Krebszellen, nehmen bevorzugt einen bestimmten Stoff, die
    Aminolävulinsäure (ALA) auf. Dies ist eine natürliche, im menschlichen Körper vorkommende Substanz, die bei der Bildung des roten Blut-
    farbstoffes benötigt wird.

    Von kranken Zellen wird nun ALA in Protoporphyrin (PP) umgewan-
    delt. Diese Substanz ist ungemein lichtempfindlich. Bei Lichteinwir-
    kung provoziert dieser Stoff den Zerfall von Sauerstoffmolekülen in
    Sauerstoffradikale, und diese sind giftig für die Zelle. Die kranke
    Zelle stirbt ab.

    Diesen Reparaturmechanismus der Natur hat sich die PDT zu Nutze
    gemacht. Wenn es gelingt, das ALA in den krebskranken Hautzellen
    (durch zusätzliches Auftragen von ALA auf die Haut) vollständig in
    das hoch lichtempfindliche Protoporphyrin umzuwandeln, können
    die kranken Zellen durch die nachfolgende Bestrahlung mit rotem
    Licht zerstört werden. Sie werden dann durch nachwachsende ge-
    sunde Hautzellen ersetzt.

    Zur Erkennung und Behandlung verschiedener, besonders durch
    Sonnenlicht hervorgerufener Hautkrebsarten und deren Vorstufen,
    gibt es jetzt die PDD, die Photodynamische Diagnose, und die
    PDT, die Photodynamische Therapie.




    Für solche flächenhaften
    Stachelzellkrebse auf der
    Glatze dieses Mannes ist
    die PDT heute die mit Ab-
    stand beste und erfolgreich-
    ste Behandlungsmethose.
    Hier sieht man die geheilte
    Kopfhaut nach 2 PDT-
    Behandlungen (wobei in
    jeweils 1 Sitzung 1x vorn
    und 1x weiter hinten behan-
    delt wurde)

     

    Die Diagnose und die Behandlung mit PDT
    Aminolävulinsäure (ALA) ist eine natürliche, im menschlichen Kör-
    per vorkommende Substanz. Sie hat die Eigenschaft, sich in den
    krebskranken Hautstellen anzureichern und sich dort in Protopor-
    phyrin (PP) umzuwandeln. Gesunde Hautzellen werden jedoch
    weitgehend geschont. Nachdem die ALA-Creme morgens auf die
    zu behandelnde(n) Hautstelle(n) aufgetragen und ein lichtundurch-
    lässiger Verband darüber angelegt.wurde, können Sie die Klinik
    wieder verlassen. Bitte beachten: Sie sollten sich nach Auftragen
    der ALA-Creme weder dem direkten Sonnenlicht aussetzen noch
    ins Solarium gehen. Dies gilt auch für die kommenden 1-2 Tage.
    Zur PDD-Diagnose und zur PDT-Behandlung kommen Sie am sel-
    ben Tag – 4-6 Stunden später – wieder zu uns in die Klinik.

     

    Die Diagnose: Photodynamische Diagnostik (PDD)
    Nachdem der Verband abgenommen wurde, können die Hautstel-
    len nun mit einer Lampe, die „Schwarzlicht“ aussendet, genau ab-
    gegrenzt werden. Diese PDD-Diagnostik hat gegenüber anderen
    Diagnoseverfahren den Vorteil, dass durch das Einwirken der ALA-
    Salbe auch bisher mit dem blossen Auge, der Lupe oder dem
    Hautmiskroskop noch nicht sichtbare beginnende Hautkrebs-
    stellen sichtbar gemacht werden können.




    Die Behandlung findet in ruhiger
    entspannter Atmospäre statt.

     

    Die Behandlung (PDT)
    Anschließend wird die krebskranke Hautstelle mit einem speziellen
    roten Licht bestrahlt. Die kranken Zellen werden zerstört und durch
    neu nachwachsende gesunde Zellen ersetzt. Je nach Stadium ist
    jedoch eine einzige Behandlung nicht immer ausreichend für eine
    völlige Heilung, sondern manchmal können 2 (oder in seltenen Fäl-
    len mehrere) PDT-Behandlungen erforderlich werden. Die Behand-
    lung selbst findet in ruhiger entspannter Atmosphäre statt und dauert
    ca. 20 Minuten. Nach der Behandlung kommt es in der Regel nicht
    nur zu einer Abheilung des Hautkrebses, sondern auch zu einer
    Glättung der Haut.

    Die Kosten für die PDT werden von den gesetzlichen Krankenkassen
    wie AOK, Barmer, DAK, BKKs etc. bisher leider nicht übernommen,
    von den privaten Krankenkassen in der Regel jedoch voll erstattet.




    Flächenhafte beginnende
    Stachelzellkrebse vor der
    Behandlung mit PDT



    1 Tag nach der PDT-
    Behandlung



    5 Tage nach der PDT-
    Behandlung



    2 Wochen nach der PDT-
    Behandlung

     

    Risiken, Nebenwirkungen?
    Das Risiko von Nebenwirkungen ist gering. Während der Behandlung
    treten häufig ein sonnenbrandähnliches Brennen, gelegentlich auch
    Schmerzen auf. Diese werden durch Kühlung gelindert. Auf Wunsch
    kann vor der Behandlung auch eine betäubende Creme aufgetragen
    werden, oder die Behandlung kann auch in örtlicher Betäubung durch-
    geführt werden. Nach der PDT kann es an den behandelten Hautstel-
    len zu vorübergehenden Rötungen, Braunfärbungen, Schwellungen
    und der Bildung von Krusten kommen.

     



    Kurz vor Beginn der PDT-
    Behandlung: Die „rote Sonne“
    kreist hier mehrere Basalzell-
    krebse auf dem Rücken
    (flache Rumpfhautbasaliome,
    grün markiert) ein.

     



    Ein Basalzellkrebs (Basaliom)
    an der Schläfe (mit schwarzer
    Kruste) und daneben mehrere
    beginnende Stachelzellkrebse
    (spinocelluläre in-situ-Carcinome) vor...



    ... und nach der Behandlung
    mit PDT. Mit sieht auch hier
    eine narbenlose Abheilung.



    Die PDT eignet sich auch
    sehr gut für die Behandlung
    schwierigerer Hautstellen,
    wie hier: ein Basalzellkrebs
    (Basaliom) an der Rückseite
    des Ohrs, vor ....



    ... und mit völliger Abheilung
    nach der Behandlung.

     

    Was ist ein „Weißer Hautkrebs“ im Frühstadium ?
    Ein weißer Hautkrebs im Frühstadium ist eine bösartige Neubildung der Haut (Stachelzellkrebs bzw. Spinaliom), die vor allem durch langjährige Einwirkung der Sonne ausgelöst wird.
    Bei dem sogenannten spinozellulären in-situ-Carcinom bzw. der Vorstufe in Form der aktinischen Keratose handelt es sich um einen beginnenden Hautkrebs.
    In diesem Frühstadium ist er noch nicht invasiv: d.h. er befindet sich zwar in der tieferen Schicht der Oberhaut (Stachelzellschicht), ist aber noch nicht durch die Basalmembran, die wie eine schützende Folie unter der Oberhaut liegt, in die Lederhaut (Korium) eingebrochen und kann deshalb auch noch nicht in die Lymphknoten und die inneren Organe des Körpers streuen. Eine Behandlung ist dennoch unbedingt erforderlich.

     

    Wer ist vor allem betroffen ?
    Betroffen sind vor allem Menschen über 45 Jahren und hellhäutige Menschen. Jeder Sonnenbrand ist ein kleines Mosaiksteinchen auf dem Weg zum beginnenden Hautkrebs. Aber auch „braungebrannte“
    Typen können durch die jahre- bis jahrzehntelange Einwirkung
    des Sonnenlichts
    solche Hautkrebse bekommen. Hinzu kommt die Veränderung unserer Erdatmosphäre (Ozonloch), die die schädigenden ultravioletten Lichtstrahlen immer ungefilterter auf die Erde kommen läßt. So sind vor allem Menschen gefährdet, die sich – oft ohne Lichtschutz -viel im Freien aufhalten: Menschen, die viel im Garten arbeiten, häufig ins Solarium gehen, oder auch Landwirte, Segler, Tennisspieler, Golfer usw.

     

    Wie kann ich mich in Zukunft schützen ?
    Das Wichtigste ist ein konsequenter Lichtschutz, vor allem wenn
    man zu den Menschen gehört, die eine sonnenempfindliche Haut
    haben oder sich viel im Freien aufhalten: dazu gehören vor allem
    Vermeidung von Sonnenbädern, besonders in der Mittagszeit. Tra-
    gen von Hüten oder Mützen und Anwendung von Lichtschutzcremes
    mit UV-B-Filter zwischen 40 und 100 und UV-A-Filter von mindes-
    tens 10.

    Mit diesen Maßnahmen sollte man nicht erst anfangen, wenn schon
    ein Hautkrebs aufgetreten ist, sondern schon viel früher, am besten
    von Kindheit an. Denn: es braucht meist 10-20, manchmal auch 30
    Jahre, bis sich nach den Lichtschäden der Hautkrebs entwickelt.
    Die Haut vergißt nichts:“ Mit der Summe kleinster Schädigungen
    bilden sich allmählich freie Radikale in der Haut, aus denen dann die
    Hautkrebsvorstufen entstehen. Das heißt: wenn ich z.B. 60 Jahre alt
    bin, kann der auslösende Lichtschaden schon 30 Jahre zurückliegen.
    Das heißt weiter: selbst wenn ich mich überhaupt nicht mehr der
    Sonne aussetze, kann ein erst 10 oder 20 Jahre zurückliegender
    Lichtschaden einen neuen beginnenden Hautkrebs in einigen Jahren,
    vielleicht an einer anderen Hautstelle auslösen.

    Durch gezieltes dermatologisches „Peeling“ der Haut kann man
    beginnende Krebsvorstufen sehr effektiv quasi „abschälen“ und gleich-
    zeitig die Haut straffen, verjüngen und glätten. Zusätzlich werden
    in neuester Zeit auch sogenannte „Radikalfänger“ eingesetzt:
    Substanzen in Form von Cremes oder Tabletten fangen die krebs-
    auslösenden freien Radikale in der Haut ab bzw. sollen sie unschäd-
    lich machen .